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Anno Domini 1208, zur Sommerszeit rief mein werter Vetter Jörg vom freyen Eggevolke uns wohl zur Hilf. Der Troß zu Delbrück wart in arger lag und erbat unsere Unterstützung. Sehr gerne folgten wir dieser Aufforderung und machten uns sofort dorthin auf. In weiser Vorraussicht schickten wir Meldungen in alle Teile unseres Reiches um die unseren unter dem Banner der Freyen der Egge und derer von Truchtolfingen zu vereinen. So manch einer folgte dem Ruf, jedoch war es nicht jedem vergönt an diesen Heerlager teilzunehmen. So sammelte ich zuerst eine kleine aber tatkräftige Gruppe der meinen, um als Vorhut den Delbrücker Troß zu unterstützen. Anders von Moeskirch und meine Sippe eilte nun in die Nördlichen gefilde. Schweren Herzens mußten wir Alwin den Bogner, Georg von Meiengen und die seinen, Wudukind und Ortwin nebst Sophie zurücklassen. Trotz zäher Verhandlungen mit den Lehnsherren dieser konnte ich sie nicht freikaufen. Im August des Jahres waren wir in Delbrück angekommen und schlugen sogleich neben meinem Vetter unser Lager auf. Das Wetter ward wechselhaft wie die Laune einer Magdfrau. Der Gegner hielt sich noch auf sicherer Distanz so das noch nicht mit direkten Kämpfen zu rechen ward. Ein Markt ward im gange und so konntne wir uns mit allerlei nützlichem versorgen. Am Sonnabend traffen unsere Verstärkung ein. Gunter von Hohenstein unser Söldner in Begleitung seiner Holden Maid hatte es tatsächlich unter großen Schmerzen geschafft sich bis zu uns durchzuschlagen. Ihm Gebührt unsere größte Anerkennung und Lob ! Zum Sonntage traffen auch noch unser Templer Herr Ekkehard von Lemberg nebst seinem Knappen trotz widristger Umstände bei uns ein. Auch Ihnen gebührt unser Dank ! Um die Zeit sinnvoll zu nutzen übten sich der Templer und das Eggevolke im Schwertkampfe und ich unterrichtete den Knappen und unseren Musikus im Bogenschießen. Mein Sohn übte mit der Armbruste und die Damen servierten und köstliches Brät. Der Feind zog sich in anbetracht eines solch geballten Heeres zurück. Die Gefahr gebannt ward ein Bogenturnier anberaunt an dem sich wohl 10 der besten Bogenschützen messen wollten. Sechs der Schüsse auf 110 Fuß bei denen die besten dreie zählten. Ich konnte das Rittervolke zu Truchtolfingen durch einen Ehrenwerten dritten Platz ins rechte Lichte Rücken. Zu bemerken wäre wohl noch das von insgesammt 5 Pfeilen die das Ziel ins Schwarze Traffen, es zwei der meinen waren, was mir den gebührenden Respeckt verschaffte. Nur ein Recke brachte das Kunststück fertig und traff wohl dreimal. Nach einer Ruhepause am Feuer gingen wir zu Bette. Jedoch ward uns das Wetter nun nicht mehr wohl gesonnen. Die Nacht hatte keine Sterne für uns und ein Unwetter zog auf. Des nächtens aus dem schlafe gerissen, weil das Küchenzelt meines Vetters die Einrichtung zerschlug, sprang ich aus dem Zelte um zu sehen was zu retten ward. Um den Schaden gering zu halten löste ich die Hacken des Sonnensegels, sofort klappte es um. So stand zwar die Tafel im freien, aber dieser konnte der Sturm nicht anhaben. Zurück gekehrt ins Zelt hört ich ein Klagen aus unserm Küchenzelte, in dem unser Musikus verharrte. "zur hülf, zur hülf" rief es. Unschlüssig ob der Musikus schlecht träumt oder ob er der Hilfe wirklich bedarf fragte ich nach seinem Befinden. "Das Zelt ist los!" klag es von dort und sofort stürmte ich dort hin um zu helfen. Herr Anders kniete am Boden und hiert krampfhaft das Leinen fest. Ich löste Ihn ab und er begann in Windeseile seine Habseeligkeiten in das Hauptzelt umzulagern. Sobalt dies getan ward, legten wir das Zelt und begaben und trotz grobem Wind zur Nachtruh. Unser Hauptzelt trutzte dem Sturme wie der Fels in der Brandung, unbeschadet erwachten wir am nächsten morgen. Nun blieb nur noch zu packen und zurück zu kehren in heimatliche Gefilde die wir auch ohne weitere übergriffe erreichten. Es wäre wohl noch viel zu berichten gewesen jedoch will ich es hiermit belassen. Anzumerken ist das der Markt zu Delbrück ein äüßerst bemerkenswertes Erlebnis war ! Solltet Ihr, werter Leser, in der Lage sein an diesem in ferner Zukunft teilzunehmen würde ich Euch dies wärmstens ans Herz legen. Es lohnt sich !
Mit wohlgesonnenem Gruße verbleibe ich
Vulfric von Truchtolfingen
Hier nun ein paar Pildlein vom Markte :
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