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Leset Hier den Bericht von Vulfric von Truchtolfingen des Heerlagers zu Göppingen anno Domini 1208
Zum Stauferparke ward das Rittervolk geladen und folgte der Einladung gern. So trafen wir in der Mitte der Woche der da war zum dreisichsten Tage des Monates April ein. Schnell ward uns ein Platz gewiesen an dem wir und breitmachen konnten.
30.04.1208 Mittwoch - der erste Tag:
Wir waren kaum am Lager angekommen da erdreistete sich auch schon unser Nachbar, der Schmied, Arbeitend Volk von uns abzuwerben. Kein freundlich Wort , nein eher fordernd, wollt er unsern Mitstreiter dazu bewegen seine Ziegen zu fangen. Da dieser aber weder Zeit noch Lust verspürte für gar nieder Volk zu arbeiten fing, o Wunder, der Schmied der nichts zu tun hatte die Geiß selber ein! Wir errichteten nun ungestört unser Lager das zur Öffnung fertig gestellt war. Die Kutschen waren entfernt. Leider meinte es der Herrgott mit dem Veranstalter nicht allzu gut. Ein Regenschauer ließ die Temperaturen als auch die Anzahl der Schaulustigen sinken. Dennoch trafen ein paar Hexen ein und ein fröhlich treiben begann. Wir gönnten uns ein Schluck Met und verbrachten die Nacht damit über unser Lager zu wachen. Zur frühen Morgenstund verließ mich mein Treuer Mitstreiter Ortwin, um sich mit seiner Holden Maid zurückzuziehen. Der erste Tag wart vollbracht !
01.05.1208 Donnerstag - der zweite Tag:
An diesem Tage wart das Wetter uns holt. Die Sonne zeigte sich von ihrer besten Seite. Zur wohl zehnten Stund trat ein Pilger zum Lager. Dieser weise und weit gewanderte Mann wusst so manche Geschicht zu erzählen die uns nicht selten zum Schmunzeln brachte. Ihm wart es zu verdanken dass der morgen wie im Rausch verflog. Dank Euch Wolf von Hausen ! Zur Mittagszeit stellte sich allerlei Volk ein das sehr wissbegierig unsern Sarwürker Ortwin belagerte. So das alls bald meine Hilfe nötig ward die kleinen Recken mal mit Schwertern zu entzücken, mal durch einkleiden zu verwandeln. Das leuchten der Augen der kleinen unbeschreiblich. Schon dies hat die Strapazen der Anreise wett gemacht. Erstaunlich auch welch wissen “die Kurzen” oft schon haben. Während dessen suchte der Schmied ab und an seine Tiere, oder besser gesagt er suchte Leute die für ihn die Tiere suchten, die mal wieder umherstreunte auf der suche nach Futter. Nicht das er beschäftigt gewesen würe, nein das Feuer ward wie so oft in diesen Tagen kalt in der Schmiede. Des späten Nachmittags kamen noch ein paar junge Leute des Rittervolkes deren Zeit jedoch kurz bemessen ward. Trotzdem soll Ihnen hier gedankt sein das sie uns mit ihrem Besuche ehrten. Auch wollen wir den Freund des Ortwin erwähnen der uns die Zeit verkürzte. Desweiteren sei hier der edle Justus nebst Weibe erwähnt. Deren Besuch freute uns besonderst und so manch nettes Wort wart gewechselt. Als die Dämmerung ins Land zog machten wir uns ans Abendessen das schon den ganzen Tag über dem Feuer köchelte. Ein vortrefflich Süpplein das wir und bereiteten. Des Abends ward ein Feuer Specktakel nahe unseres Lagers geboten welches von hoher Kunst zeugte. Vortrefflich die Darstellung. Auch besuchten und Aragon, die Recken der Gammertinger Schwertkämpfer, und Ritter des oberen Lagers. Es wart ein kommen und gehen. Buntes treiben bis in die Nacht hinein. Den Abend rundeten wir mit etwas Met ab und gingen gegen zwei zu Bette.
02.05.1208 Freitag - der dritte Tag:
Da uns der Helfer des Schmiedes gesagt hatte das es des morgens Türkentrank und Speis gibt waren wir früher auf und gesellten uns zum Rest das Lagers. Ein trefflich Morgenmahl ward geboten. Frische Brotchen mit Aufstrich nach Wahl, der angekündigte Türkentrank, Obst. Ein guter Auftakt für den sonnigen Tag. Wir erfuhren dass die Ziegen in der Nacht wohl etwas hungrig waren, ausgebrochen sind und den Schweinen das Futter, das im Zelte lagerte, weggefressen haben. Schlaue Tiere muss man sagen. Aber zurück zum Tag. Alsbald stellten sich die ersten Besucher ein. Auch unser Pilgersmann kam vorbei, diesmal aber gewandelt als Puchhändler. Wir dürften einen Blick in die Wertvollen Werke werfen was Ãüßertst interessant war. Nochmal Dank an Wolf von Hausen ! An diesem Tage bekamen wir auch Besuch von Alwin dem Bogner, Vater des Ortwin, der sich, vom Lagerfunken angesteckt, kurzfristig entschloss an demselben teilzunehmen. Abends sahen wir den Sklaven des Schmiedes vor dessen Zelt sitzen und hatten Mitleid mit diesem. Wir baten ihn zu uns ans Feuer wo er sich etwas aufwärmen konnte. Auch gaben wir ihm einen Kruge von dem Klosterbiere, das übrigens fortreflich mundete. Wir erfuhren allerlei erheiterndes und weniger erheiterndes von “unserm” Schmied Martin. Seinem Gehilfen hat er wohl kein Lagerstatt zugedacht, so das dieser auf dem Boden, mit wenig zum bedecken, nächtigen musste. Ebenso wenig der gezahlte Lohn so das er sich auf dem Markte von eigenen Gelde zu ernähren hatte.Wir boten ihm also ein Lagerstett für die Nacht in unserem Zelte, die er nach zögern dankbar annahm. Alles in allem ein Wohlgelungener Tag.
03.05.1208 Samstag - der vierte Tag:
Wart auch die Nacht kalt gewesen, der Tag war es nicht. Strahlender Sonnenschein, nur ein paar Wolkchen am Himmel. Wieder genossen wir ein trefflich Frühstück, bei dem wir uns gut mit dem Lichtermacher unterhalten haben. Ein sehr netter Zeitgenosse. Dann auf zum Lager. Dort angekommen fanden wir unser Feuer schon brennend. Auch ward ein bisschen Holz bereitgelegt. Des Schmieds Gehilfe war wohl schon für uns etwas tätig gewesen wofür wir ihm sehr dankbar waren. Wir konnten also sofort das Zelt ausräumen und den Tag langsam angehen lassen. Aufbau der Schauobjekte und dann das Essen für den Abend vorbereitet. Auch nahmen wir des Nachmittages am Umzug teil . Zur späten Mittagsstunde trafen mein Weibe und die Tochter nebst Nikolaus von Klingenstein ein. Nach der Begrüßung wurde ein schöner Rest~ Nachmittag verbracht. Wieder trafen Leute des Rittervolkes ein. Jürgen von Meiengen nebst seinem Eheweibe bereicherten unser Lager. Gunter der Söldner nebst seiner Holden Maid erreichten uns ebenso. So konnten wir den Nachmittag bis in den späten Abend hinein in fröhlicher Runde verbringen. Auch kamen unsere Freunde aus Gammertingen nochmals vorbei. Es ist immer wieder schön diese zu treffen. Der Schmied bereicherte den Abend dadurch dass er es tatsächlich fertig gebracht hat, Feuer zu machen und eine kurze Vorführung zu Wege zu bringen. Natürlich nicht ohne vorher sich zwei tatkräftige Helfer zu besorgen die ihm das Eisen hielten... Zur späten Nachtstunde begaben wir uns ins Bett um uns auf den letzten Tag vorzubreiten...
04.05.1208 der letzte Tag:
Der Tag begann, wie nicht anders zu erwarten, mit einem kräftigem Mahle. Meine Tochter wusste schon ein lustig Stück zu berichten. Der Schmied, wieder einmal unfreiwillig im Mittelpunkt, hatte sich zum Schließen der Stallungen gebückt. Über das hierbei dargebotene “blanke Hinterteil” konnte sie sich fast totlachen. Ich fand es weniger erheiternd, hatte ich doch am Vortage den breitbeinig sitzenden Schmied gesehen. Es gibt Sachen die schlagen auch einen verwegenen Rittersmann in die Flucht! (man denke sich hier mein Lachen dazu). Die Blumenfrau kam und wart etwas erbost. Hatten doch die Ziegen die auslagen, sagen wir mal, etwas gekürzt. Auch kam im Laufe des Tages immer wieder Tierkundig Volk zu uns um zu fragen ob man den Tieren nicht mal etwas Wasser geben könnte. Zu dieser Zeit wart der Schmied aber nicht gesehen... Wir verbrachten den Rest des Tages mit geselligem zusammensein und konnten hier und da ein paar Kinder erfreuen. Allerdings schien es so als ob die Leute Sonntags keine Zeit haben. Nur wenig fragten etwas oder hatten gar Zeit zum stehenbleiben. Zur siebten Stund packten wir unsern Krempel und zogen, dank tatkräftiger Hilfe aller des Rittervolks, gen Heimat.
Zusammenfassend:
Ein sehr gelungenes Event an dem wir viel Spaß gehabt haben. Es war sehr viel geboten. Durchweg sehr gute Darstellungen !!!. Die Organisation war sehr gut, alles lief reibungslos. Trotz der Hektik am Mittwoch blieb die Einweisung durch den Veranstalter freundlich. Das Frühstück war reichlich ~ keiner musste hungrig aufstehen.
Ich möchte mich noch mal hier ausdrücklich bei meinen Mitstreitern des Rittervolkes bedanken die die Teilnahme erst ermöglicht und uns mit Ihrem Besuch die Zeit vertrieben haben. Speziell auch meiner Frau, und der Freundin von Maik die uns den Rücken freigehalten haben und uns bei unserem Hobby unterstützen.
Auch sei dem Veranstalter nochmals für den reibungslosen Ablauf, und dafür dass wir teilnehmen konnten, gedankt.
Wir wärden uns freuen wenn wir im Jahre 1209 wieder am Markt teilnehmen dürfen.
© Ritter Vulvric von Truchtolfingen 1208
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